Erinnerungsorte an den Zweiten Weltkrieg in Deutschland und in Polen
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Warschau – Gefängnismuseum „Pawiak”
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Das Museum befindet sich am Ort des zwischen 1830 und 1835 von den russischen Machthabern während der Teilung Polens erbauten Gefängnisses Pawiak, zwischen der ul. Dzielna, der ul. Pawia und der ul. Ostrożna (später ul. Więzienna, also Gefängnisstraße). Außer dem Männergefängnis und dem Frauengefängnis (dem sog. „Serbien“), umfasste der Komplex neun weitere Verwaltungs– und Technikgebäude. Nach der Kapitulation Polens am 27. September 1939 wurde das Gefängnis von den Nazis übernommen. Zunächst unterstand es dem Kommando der „Justizabteilung“ des Gouverneurs des Distriktes Warschau, ab 1940 der Kommandantur der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes des Distriktes Warschau, also praktisch der Gestapo. Ab diesem Zeitpunkt wurde es zum zentralen Gefängnis für politische Häftlinge. Hier wurden nicht nur Menschen aus Warschau, sondern Menschen aus dem gesamten Generalgouvernement festgehalten. Der Großteil der verhafteten Mitglieder von Untergrundorganisationen und Vertretern der polnischen Intelligenz durchliefen dieses Gefängnis. Bei den Verhören starben viele von ihnen oder wurden zu Tode gefoltert. Im „Pawiak“ saßen in den Jahren 1939-1944 ca. 100.000 Häftlinge ein, von denen ca. 37.000 in Verhören zu Tode gequält oder erschossen wurden. Etwa 60.000 Gefangene wurden in Konzentrationslager oder Gefängnisse deportiert; die übrigen schickte man zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich. Während des Warschauer Aufstandes, am 21. August 1944, erschossen die Nazis die im Gefängnis verbliebenen Häftlinge und sprengten die Gebäude.
Tadeusz Rutkowski
Nach dem Krieg erbaute man 1965 auf den Überresten das „Gefängnismuseum Pawiak“. Entstanden ist ein von einer Mauer umgebener Pavillon, in den von der ul. Dzielna aus eine Reihe von Öffnungen eingelassen und mit plastischen Kompositionen besetzt wurde. Auf dem Gelände mit mehreren Gedenksteinen steht heute ein metallener Abguss des Baumes, der die Sprengung des Gefängnisses im August 1944 überstand. (Nach dem Krieg hatten Angehörige der Opfer Tafeln mit den Namen der Getöteten am Stamm angeschlagen. Als die Ulme in den 80er Jahren abgestorben war, wurde sie konserviert. Erst als sie 2005 umzufallen drohte, wurde sie durch das bronzene Abbild ersetzt.) Neben dem ehemaligen Gefängnistor wurde ein steinernes Monument zu Ehren der Gefangenen des „Pawiak“ errichtet. Im Pavillon befindet sich das Museum (Abt. des Museums der Unabhängigkeit), das die Geschehnisse im Gefängnis vor allem während des Zweiten Weltkriegs darstellt. Außerdem wird ein rekonstruiertes Fragment des Gefängnisses (ein Gang und fünf Zellen, darunter eine Todeszelle) gezeigt.
Tadeusz Rutkowski
Warschau – Gefängnismuseum „Pawiak”
Tel.: +48 22 8319289
Tel./Fax: +48 22 8311317
http://www.muzeum-niepodleglosci.home.pl/pawiak/
Es gibt eine Beschreibung der einzelenen Sektionen des Museums unter der Rubik “Ausstellung“ mit einer Fotogalerie (nur auf polnisch verfügbar):
http://muzeum-niepodleglosci.pl/pawiak/ekspozycja/
pawiak@muzeumniepodleglosci.art.pl
Öffnungszeiten: Mi: 09.00 – 17.00, Do u. Sa: 09.00 – 16.00, Fr: 10.00 – 17.00, So: 10.00 – 16.00
Eintrittspreise: Erwachsene: 8 zł; ermäßigt: 5 zł; freien Eintritt am Donnerstag. Führung – 30 zł (Jugend), 50 zł (Erwachsene) Eine Eintrittskarte ermöglicht den Besuch des Mauzoleum Walki i Męczeństwa sowie das Muzeum Więzienia Pawiak (Mahnmal des Kampfes und der Leiden sowie das Museum des Pawiak-Gefängnisses).
Zutritt für Jugendliche ab 14 Jahren.
Stadtplan Warschau u. a. auf: http://www.warszawa.planmiasta.info/